Dominik H. ENSTE

Professeur invité à l'Université des sciences appliquées de Cologne et directeur du département Économie des institutions à l'Institut d'économie allemande de Cologne.

 

Theresa EYERUND

Chargée de recherche à l'Institut d'économie allemande de Cologne.

 

Die Mittelschicht – Stabilitäts- und Wirtschaftsfaktor in Deutschland

Die stabile und im internationalen Vergleich breite Mittelschicht in Deutschland gilt als tragende Säule von Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Manche – auch ausländische Beobachter - verbinden damitjedoch vielfach nostalgische Idealvorstellungen einer „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“.Globalisierung, Wachstum und technischer Fortschritt erfordern jedoch andere Gesellschafts- und Gerechtigkeitsvorstellungen. Dazu zählt der Wandel von der Verteilungs- zur Chancengerechtigkeit.Allerdings widersprechen diese Veränderungen vielen Sehnsüchten und Wünschen vieler Menschen, nicht nur in Deutschland, die sichevolutorisch entwickelt haben1. Die deutschen Medien verbreitenvielfach negative Schlagzeilen, die einen zunehmenden Abstieg aus der Mittelschicht propagieren, und verunsichern weite Teile der Bevölkerung dadurch zusätzlich. Dabei zeigt eine differenzierte Analyse und Auswertung von repräsentativen Daten aus dem Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) im Hinblick auf die sozialen Schichten, dass diese Prophe-zeiungen so pauschal nicht zutreffen. Die gesellschaftliche Mitte hat in den vergangenen Jahren demnach weder deutlich abgenommen, noch hat eine „Einkommenspolarisierung“ stattgefunden.Auch die objektiven Aufstiegschan-cen sind besser als vielfach wahrgenommen und medienwirksam verbreitet2.

Wer gehört zur Mittelschicht?

Bereits dieAbgrenzung der Mittelschicht ist umstritten, was zu Missverständnissen führt. Es gibt keine disziplinüber-greifendakzeptierte und passendeDefinition.Mal wird die Stellung im Beruf, mal die Bildung, mal die Wünsche, mal das Einkommen verwendet, um die gesellschaftliche Mitte zu charakterisieren. Sowohl monetäre als auch sozio-demographischeVariablen werdensomit genutzt, um zum Beispiel eine angestellte Person mit mittlerer bis höherer Qualifikation, die eine dienstleistungsähnliche Tätigkeit ausübt,zur Mittelschicht zu zählen3. Auch Einstellungen, die mittelschichtstypisch sind, werden sozialwissenschaftlich alsdefinierende Kriterien genutzt. Für international verglei-chende Analyse eignen sich jedoch einkommensbasierte Abgrenzungen der Mittelschicht besser. Aber auch hier gibt es unterschiedliche Abgrenzungen:Eurostat zählt alle Personen mit einem Einkommen zwischen 60 und 200 Prozent des Medianeinkommens zur Mittelschicht. Häufig wird auch die Abgrenzung von 75 bis 125 Prozent des Medianein-kommensgewählt4. Gemäß dervon der Bundesregierung verwendeten Definition im Armuts- und Reichtumsbericht-werden Einkommen zwischen 70 und 150 Prozent des Medianeinkommens zur Mittelschicht gerechnet. Im Jahr 2009 gehörte laut dieser Definition jeder Alleinstehende, der ein Nettoäquivalenzeinkommen zwischen 860 und 1.844 Euro zur Verfügung hat, zur Mittelschicht5. Das monatlich verfügbare Einkommen wird äquivalenzgewichtet, wobei den Mitgliedern eines Haushalts bestimmte Gewichte zugeordnet werden, um jeweils den unterschiedlichen Verbrauchs-strukturen der Haushalte Rechnung zu tragen.

Wie groß ist die Mittelschicht und was leistet sie für die Gesellschaft?

Sieht man von leichten Schwankungen ab, so gehören seit Jahren zwischen 60 und 67 Prozent der deutschen Be-völkerung zur Mittelschicht.Auch im internationalen Vergleich weist Deutschland eine besondersbreite Mittelschicht-auf, die nur in skandinavischen Ländern noch größer ist, dort allerdings auch von einem anderen Familienmodell getragen wird, in dem beide Partner berufstätig sind6. Dem Staatshaushalt kommt eine breite Mittelschicht durch die damit verbundenen, hohen Steuereinnahmen zu Gute.Das Einkommenssteueraufkommen wird zwar zu über 54 Pro-zentdurch die 10 Prozent der Topverdiener getragen, nimmt man die Mittelschicht jedoch hinzu, tragen diese über 93 Prozent der Einkommensteuerlast7. Bezogen auf die indirekten Steuern auf Konsumgüter, wie Mehrwert-, Öko-, oder Tabaksteuer, ist die Mittelschicht die tragende Säule der Staatsfinanzen.Bei der Einkommensteuer führt die kalte Progression dazu, dass die Mittelschicht jedes Jahr mehr Steuern an den Staat zahlen muss.Die kalte Progression entsteht durch eine Kombination aus Einkommenssteigerungen, progressivem Steuertarif und Inflation: Wenn sich die Arbeitseinkommen in gleichem Maße erhöhen wie die Preise, bleibt zwar das reale Bruttoeinkommen konstant, nicht aber die Kaufkraft der Arbeitnehmer. Denn der deutsche (progressive) Steuertarif bewirkt, dass die Steuerlast mit steigendem Einkommen überproportional stark zulegt. Die Beschäftigten müssen also von jedem zusätzlich ver-dienten Euro einen größeren Teil als Steuer abführen, dadurch steigt das Nettoeinkommen weniger stark als das Bruttogehalt. Durch eine an die Inflationsrate angelehnte jährliche Anpassung der Formel des Einkommensteuertarifs könnte die systematische Zusatzbelastung der Mittelschicht vermieden werden.

Obwohl sich die Einkommenssteuersätzein den letzten 20 Jahren eher zu Gunsten der ärmeren Einkommensgruppen hin zu einer höheren Besteuerung der mittleren und höheren Einkommen entwickelt haben8, wird die Mittelschicht nicht systematisch ausgebeutet, wie in den Medien vielfach behauptet;zumindest dann nicht, wenn die Gegenleis-tungen des Staates berücksichtigt werden. Denn die Steuern fließen in Form von Transferleistungen und Subventio-nen besonders häufig an die Haushalte der Mittelschicht zurück; wie Kindergeld oder Kinderfreibetrag, Eigenheimzu-lage, Rentenzuschüsse und Bausparprämien.Allerdings ist damit vielfach eine unsystematische Umverteilung inner-halb der Mittelschicht verbunden, ohne das dem einzelnen Haushalt bewusst ist, ob er von den staatlichen Eingriffen profitiert oder letztlich Nettozahler ist9. Dies führt dazu, dass 80 Prozent die Steuerlast der kleineren und mittleren Einkommen als zu hoch erachten und sich benachteiligt fühlen10.

Wie stabil ist die Mittelschicht?

Arbeitslosigkeit, befristete Beschäftigung und wirtschaftliche Stagnation führen zu Sorgen vor einem massenhaften sozialen Abstieg – auch in Deutschland, trotz der derzeit sehr guten Wirtschaftslage.Eine zunehmende Polarisierung an den Einkommensrändernhält sich als Mythos hartnäckig in Medien und Öffentlichkeit. Die Wahrnehmung dieser Entwicklung könne bei den Betroffenen Statuspanik auslösen und sogar zu diskriminierenden Haltungen gegenüber anderen Schichten führen11. Ein solcher Zerfall der Gesellschaft kann aus unserer Sicht aus den vorliegenden Daten nicht abgelesen werden12. Im Zeitablauf ist kein eindeutiger, starker(zunehmender oder abnehmender) Trend bezüglich der Mittelschichtzu beobachten.DerAnteil der Mittelschicht an der Gesamtbevölkerungwarim betrachteten Zeitraum von 1993 bis 2009 relativ konstant und nur leichten Schwankungen um Werte von 60 bis 67 Prozent unterworfen. Dabei pendelte der Umfang der unteren Einkommensschicht um einen Anteil von etwa 20 Prozent, während die oberen Einkommensschichten zwischen 16 und 19 Prozent der Bevölkerung ausmachten. Ein deutlicher Trend, wie er häufig erwähnt wird, ist dabei nicht sichtbar (Abbildung 1). Im Krisenjahr 2009 gelang es mit Hilfe sozialstaatlicher Maßnahmen, die untere Einkommensschicht vor den Folgen der Krise zu schützen und einen Zuwachs der mittleren Schicht um 0,6 Prozent zu erreichen. Die Mittelschicht blieb also in den vergangenen Jahren relativ stabil. Selbstver-ständlich garantiert diese Beobachtung auch Stabilität für die Zukunft, doch aktuell gibt es keine Indizien für ein be-drohlichesSchrumpfen des Anteils der Mittelschicht an der deutschen Bevölkerung.

Wie hat sich die Einkommensverteilung entwickelt?

Es gibt in Deutschland keinedramatisch zunehmende Einkommensungleichheit.Deutschland hat bezogen auf den Gini-Koeffizienten im internationalen Vergleich eine relativ ausgeglichene Einkommensverteilung. Der Gini-Koeffizient ist ein Konzentrationsmaß, das Werte zwischen null bei vollkommener Einkommensgleichheit und eins bei Konzent-ration des Einkommens auf eine Person oder einen Haushalt, annimmt. Im Jahr 2009 lag der Durchschnitt von 30 OECD Ländern bei 0,301, während Deutschland einen Gini-Koeffizienten von 0,298 aufwies13. Innerhalb Deutschlands blieb der Gini-Koeffizient im Zeitraum von 2005 bis 2009 konstant bei etwa 0,29 und zeigte somit keinen Trend zur Polarisierung der Einkommen14. Ein Anstieg der Einkommensungleichheit im Zeitraum 1998 – 2005, gemessen am vielfach verwendeten Gini-Koeffizienten als Maß für die Einkommensverteilung, kannnicht auf marktliche oder staatli-che Fehlentwicklungen zurückgeführt werden. Ein großer Teil der Zunahme der Ungleichheit kann auf geänderte Präferenzenbei der Heirat und dem Zusammenleben, d.h.aufVeränderungen der Einkommensstruktur der Haushalte zurückgeführt werden. Häufiger finden Paare mit ähnlich hohem oder ähnlich niedrigem Einkommen zusammen, wodurchder Einkommensausgleich innerhalb der Haushalte seltener stattfindet und die Einkommensspreizungdes-halb zwangsläufig zunimmt15. Die Ehe zwischen Chefarzt und Krankenschwester oder Manager und Sekretärin gibt es immer seltener, stattdessen suchen sich die Menschen eher Lebenspartner aus der gleichen Einkommensschicht.Die Veränderungen in den Einkommensschichten ergeben sich auch ansonsten vielfach durch Änderungen der Sozialstruktur: Es leben deutlich mehr Personen in Singlehaushalten. Und während zwei Singles gemeinsam ein Einkommen von 1.720 bis 3.688 Euro (jeweils 860 bis 1.844 Euro) erwirtschaften müssen, um zur Mittelschicht zu zählen, benötigt ein Paar nur 1.290 bis 2.766 Euro. So verändert sich die Schichtenzugehörigkeit zum Beispiel auch nach einer Trennung, wenn jeder Partner mindestens 860 Euro (statt vorher 645 Euro) Einkommen haben muss, um nach wie vor zur Mittelschicht zu gehören.

Wie kann der Zusammenhalt der Gesellschaft gestärkt werden?

Wichtiger als die Verteilungsgerechtigkeit sind für den Zusammenhalt einer Gesellschaft die Chancengerechtigkeit und damit die Aufstiegschancen. Diese Chancen werden allerdings von der Bevölkerung unterschätzt. Zwar hat die Aufwärtsmobilität in Deutschland in den letzten Jahren abgenommen und der Einfluss zum Beispiel der sozialen Herkunft hat zugenommen16. Dennoch werden die Aufstiegsmöglichkeiten weitaus schlechter eingeschätzt als sie tatsächlich sind. Denn trotz einer Abnahme der Mobilität gelang es zwischen 1995 und 2007 insgesamt jedem dritten Deutschen, in ein höheres Einkommensquintil aufzusteigen, obwohl nur jeder Fünfte laut einer Umfrage des Allens-bach Instituts einen persönlichen Aufstieg für möglich hält17.

Um die Durchlässigkeit der Einkommensschichten zu fördern, ist vor allem ein Fokus auf Bildung und Arbeitsmarkt notwendig18. Besonders betroffen von geringen Aufstiegschancen und höherer Abstiegsbedrohung aus der Mittel-schicht sind Arbeitslose, Geringqualifizierte und Migranten19. Erwerbstätigkeit ist einer der größten Garanten für sozia-len Aufstieg und die Vermeidung von Armut. Der Status am Arbeitsmarkt und damit die Wahrscheinlichkeit, zur ge-sellschaftlichen Mitte zu gehören, hängen in hohem Maße vom jeweiligen Bildungsniveau ab. 65,7 Prozent derjeni-gen, die ihr Abitur absolviert haben, bezogen im Jahr 2008 mittlere Einkommen. Von denen, die einen Meister- oder Technikerabschluss erlangt hatten, fanden sich rund 66 Prozent in der Mittelschicht wieder. Im Zeitraum von 1995 bis 2007 konnten 90 Prozent der Universitätsabsolventen und 100 Prozent der Fachhochschulabsolventen, die sich in der untersten Einkommensklasse befanden, mindestens eine Schicht aufsteigen20.

Eine starke positive Korrelation von Bildung, Einkommen und sozialer Stellung ist offensichtlich und durch zahlreiche empirische Evidenz bestätigt21. Verbesserungen im Bildungssystem müssen auf die Erhöhung der Chancengerech-tigkeit zielen. Besonders Kinder aus Migrationsfamilien und Familien mit geringem Bildungshintergrund haben schlechte Chancen, die Hochschulreife zu erlangen. Der Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur in Deutschland ist eine Reaktion auf diese Befunde.Nicht mehr Umverteilung, sondern vielmehr ein funktionsfähiger Arbeitsmarkt (A) undein gutes Bildungssystem(B) sorgen für Chancengerechtigkeit (A+B=C).

Abbildung 1 : Einkommensschichten in Deutschland 1993 bis 2009, Anteile der Bevölkerung in Prozent

Quelle: Goebel, J. et al.: Polarisierung der Einkommen: Die Mittelschicht verliert. Wochenbericht des DIW Berlin Nr. 24/2010, S. 4.

  1. D. H. Enste et al.: Unterschiede im Denken zwischen Ökonomen und Laien, in: Perspektiven der Wirtschaftspolitik, Band 10, Heft 1, 2009, S.60-78.
  2. D. H. Enste, et al.: Mythen über die Mittelschicht. Wie schlecht steht es wirklich um die gesellschaftliche Mitte?, Information Nr. 9, Roman Herzog Institut, 2011, S. 5.
  3. M. Werding: Grundzüge einer Politik für eine durchlässige und attraktive gesellschaftliche Mitte, in: Wege zur gesellschaftlichen Mitte. Chancen, Leistungen und Verantwortung, Sinclair-Haus-Gespräche, Nr. 28, Bad Homburg v. d. Höhe, 2008, S. 58.
  4. A. Brandolini: On the Identification of the „Middle Class“, Conference paper for „Inequality and the Luxembourg Income Study“, 2010, S.4, (http://www.lisproject.org/conference/papers/brandolini.pdf [Stand: 08.07.2011]).
  5. J. Goebel et al.: Polarisierung der Einkommen. Die Mittelschicht verliert, in: DIW-Wochenbericht, 2010,Nr. 24/2010, S. 2-9.
  6. A. Brandolini, 2010, ebenda, S.17.
  7. Bundestagsdrucksache 17/691 – vom 10.2.2010.
  8. V. Stern: Die Mitte verliert. Nach Tarifkorrektur 2010 erhöhter Nachholbedarf bei Entlastung mittlerer Einkommen, Karl-Bräuer-Institut des Bundes der Steuerzahler, Sonderinformation Nr. 57, 2009, S. 5-6.
  9. J. Pimpertz, N. Horschel, C. Schröder: Soziale Umverteilung in Deutschland, Bestandsaufnahme und Ansätze zu einer rationalen Neukonzeption, IW Analysen Nr. 49, 2009, S. 27-66
  10. Forschungsstelle für empirische Sozialökonomik e.V.: Steuermentalität und Steuermoral in Deutschland 2008. Köln 2009
  11. J. Goebel et al. 2010, ebenda, S. 2-4, 7-8.
  12. D. H. Enste et al., 2011, ebenda, S. 5.
  13. Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD): Society at a Glance 2009, OECD SocialIndicators, Paris 2009.
  14. Statistische Ämter des Bundes und der Länder: Daten zur Sozialberichterstattung 2009, Gini Koeffizient der Äquivalenzeinkommen, http://www.amtliche-sozialberichterstattung.de/Tabellen/tabelleA3.html (abgerufen: 19.07.2011, 12:30).
  15. M. Schröder:Einkommensungleichheit und Homogamie,2011, IW-Trends 01/2011, S. 7.
  16. vgl. H.-P. Klös, D. H. Enste: Aufstiegs- und Generationenmobilität, in: Wege zur gesellschaftlichen Mitte. Chancen, Leistungen und Verantwortung, Sinclair-Haus-Gespräche, Nr. 28, 2008, S. 33.
  17. M. Neumann, H. Schäfer, J. Schmidt: Recht auf Aufstieg. Vom Tellerwäscher zum Millionär? Roman Herzog Institut, 2010, Diskussion Nr. 13, S.11f.
  18. M. Werding, 2008, ebenda S. 61.
  19. H. Schäfer, J. Schmidt: Strukturen und Determinanten der Einkommensmobilität in Deutschland, in: Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Hrsg.) Agenda 20D. Wege zu mehr Wachstum und Verteilungseffizienz, 2009, S. 163.
  20. M. Neumann, H. Schäfer, J. Schmidt, 2010, ebenda, S. 17.
  21. vgl. hierzu L. Wössmann: „Aufstieg durch Bildung“ – zwischen Anspruch und Wirklichkeit, in: Wege zur gesellschaftlichen Mitte. Chancen, Leistungen und Verantwortung, Sinclair-Haus-Gespräche, Nr. 28, 2008, S. 50-57.
http://www.constructif.fr/bibliotheque/2012-11/allemagne-la-cle-de-voute-de-la-societe.html?item_id=3297&vo=1
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